meine verzauberte welt x)

1 Eine große Rolle

Ich wachte in meiner Wiener Wohnung auf. Sie war klein, aber so war sie leicht zu pflegen und ich konnte sie mir sogar leisten.
Ich drehte mich auf die andere Seite und machte kurz die Augen auf. Die Sonne blendete mich und ich schloss sie schnell wieder.
Mir gingen die letzten Tage durch den Kopf. Das große Casting für Elisabeth war vorbei. Mein Professor hatte vielleicht doch ein Gespür für so etwas. Es hieß ja, dass sie junge und auch wenn möglich neue Talente fördern und mit den Rollen besetzen wollten, aber dass sie mich, ausgerechnet mich für die Rolle der Elisabeth ausgesucht hatten, fand ich trotzdem sehr erstaunlich.
Ich war gut, aber so gut, dass ich in diese große Rolle hineinschlüpfen könnte?
Ich hatte eher damit gerechnet im Ensemble zu landen und dann möglicherweise Helene zu spielen. So etwas in der Art, aber dass ich dann für das Casting für die Rolle der Elisabeth eingeladen wurde, war schon unvorstellbar und jetzt sollte ich sie wirklich spielen.
Ich hatte zwar riesige Angst davor, aber ich freute mich auch so sehr darauf. Meine erste große Rolle! Und schließlich hatte ich sehr nette Kollegen, vor allem Christopher Seymour. Er übernahm an meiner Seite die „Todesrolle“.
Ich hatte ihn das erste Mal vor 2 Jahren in Hamburg gesehen. Er spielte dort die Rolle des „Alfred“ und er war einfach wunderbar!
Damals hätte ich mir ihn nicht als Tod vorstellen können, aber so wie er sich verändert hatte… Ich war so gespannt auf die Proben.
Serkan Kaya übernahm die Rolle des „Lucheni“. Ich hatte ihn noch nie live erlebt, aber das, was ich bisher von ihm gehört hatte, war alles sehr positiv. Beim Casting hatte ich ihn nur kurz kennen gelernt. Er schien wirklich sehr nett und lustig zu sein.
Ich schaute verschlafen zu meiner Uhr. Es war schon spät am Morgen und ich musste mich jetzt fertig machen und dann schnell zum Theater.

Als wir uns alle begrüßt hatten, saßen wir mit dem kompletten Team, im Zuschauerteil der Probebühne und lauschten gespannt Harry Kupfer, der uns schon sehr lieb begrüßt hatte und  nun am Ende seiner kleinen Ansprache uns allen viel Erfolg für die Produktion wünschte.
Wir standen auf und ich wollte mich zur Anprobe begeben und mir danach noch meinen Text abholen, aber Harry rief mich und Christopher zu sich.
Was kam denn nun noch?
Wir beide schauten ihn fragend und leicht verwirrt an.
„Meine beiden Stars“ er lächelte amüsiert.
„Ich bin froh, dass ihr beide die Hauptrollen übernehmt, aber ich habe noch eine kleine Überraschung für euch.“
Ich schaute zu Christopfer. Ja, er dachte das gleiche wie ich…

 

Ich saß nicht weit von Kiana Langley entfernt. Sie sah wirklich hübsch aus. Eine tolle Besetzung für „Elisabeth“. Ich freute mich schon mit ihr zu spielen. Wie ich von ihr wusste kam sie gerade frisch von der Uni und hatte noch nicht allzu viel Erfahrung und sie sollte nun schon ihre erste große Rolle spielen.
Ich kannte sie vom letzten Casting als wir beide zu zweit eine Passage aus Elisabeth vortragen sollten, sie natürlich als „Elisabeth“ und ich als „Tod“. Ihre Stimme war  einfach fantastisch und ihr Charakter war auch wirklich toll; immer ehrlich.
Die Proben würden anstrengend werden, aber auch sicher lustig mit ihr. Ich verstand mich bisher mit ihr sehr gut.
Als Harry endete stand sie auf, auch ich erhob mich und wollte zu meiner Garderobe, als er uns beide noch zu sich rief.
Was wollte er denn noch? Er hatte uns doch schon alles gesagt und erklärt, was es zu wissen gab.
Ich schaute verwirrt zum Regisseur, nachdem wir zu ihm gegangen waren, und auch sie sah ihn sichtlich fragend und irritiert an.
„Meine beiden Stars“ Er hatte ein breites Grinsen im Gesicht.
„Ich bin froh, dass ihr beide die Hauptrollen übernehmt, aber ich habe noch eine kleine Überraschung für euch.“
Er wird doch nicht… er kann doch nicht…
Kiana schaute mich an und schien das gleiche zu denken.
Er schaute uns abwechselnd an. „Ihr scheint eine Vermutung zu haben.“
„Nun ja… mir würde da etwas einfallen, aber ich glaub nicht, dass es das ist“ Ihre Stimme war wirklich schön und wenn sie nicht darauf achtete, hatte sie einen leichten britischen Akzent, der das, was sie sagte, noch süßer rüberkommen ließ. Ich hatte mit meinem Akzent nie große Probleme, da ich schon längere Zeit in Deutschland lebte.
„Sprich es ruhig aus. Vielleicht liegst du ja richtig.“
„Also gut… aber nicht lachen, wenn ich falsch liege!“
„Keine Sorge.“
„Wenn diese Überraschung auf zwei Beinen gehen kann…“
„Kann sie.“ Harry lächelte immer breiter.
„Uwe Kröger?“, fragte ich, es war fast schon eine Feststellung.
Verdutzt, dass ich mich so bestimmt zu Wort gemeldet hatte, schaute er mich an.
„Und? Hat er recht?“ Sie schien angespannt zu sein, so als könnte sie nicht länger auf die Überraschung warten.

26.12.08 00:22

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